Im VW-Multivan auf der Biersch

Kärnten hat viele kleine, feine Bierbrauereien. Wir haben uns „auf die Biersch“ begeben. Im VW-Multivan von „drive Wiegele“. Nachahmen wird empfohlen, aber erst sollte man sich um einen Driver sorgen, der jeden Bierschluck standhaft widersteht.

Dem Werbemann und Grafiker Wolfgang Eder aus Villach sei Dank: Er hat den Slogen „Auf die Biersch“ geprägt und vor fünf Jahren begonnen, daraus eine köstliche Veranstaltung beim Hundsmarhof am Fuße des Dobratsch aufzuziehen. Heuer, im Sommer, wird diese „Biersch“ zum fünften Mal veranstaltet. „Auf der Biersch“ bietet die besten Kärntner Craftbiere an. Es sind kleine Produzenten, die mit Leidenschaft und Können wunderbare Biere produzieren. Jedes Jahr wird für den Anlass ein „Biersch-Bier“ gebraut und Biersommeliers kümmen sich beim Fest um Verkostung und Verkauf aller Kreszenzen der Bierhandwerker.

„Wo sind Deine Bierproduzenten“, haben wir Wolfgang Eder gefragt. „Ach, da müssten wir quer durch Kärnten fahren“, lacht der bekannte Grafiker, der sich bei Bier auskennt, wie kaum ein Zweiter. Welches Auto, wer fährt mit und vor allem wer fährt? Eder: „Ich frag den Thomas Wiegele, der ist ein Genussmensch und hat in seiner Firma Drive Wiegele ganz sicher ein Fahrzeug, das wir für diesen Anlass testen können.“ Mit Thomas Wiegele haben wir bereits Golfrestaurants im Alpen Adria Raum und Genussläden rund um den Dobratsch besucht. Der ist begeistert: „Wir nehmen dazu einen VW-Multivan. 150 PS, Automatik, viel Platz für Bierschgänger und wenn sie Beute machen, passen die Bierkisten für den Heimtransport auch noch ins Auto. Multivan halt. Der hält vieles aus.

VW-Multivan, ein Könner
Was 1950 mit T-Transporter begann, entwickelte sich zum Kultauto, auch „Bulli“ genannt. Aus dem T1 entwickelte sich bis jetzt der T 6.1. Eine ganz neue Version mit deutlichem Facelifting. Das beginnt beim mir zwei verchromten Querstangen verziehrten Kühlergrill, beinhaltet die neue VW-Leuchtsignatur und endet lange noch nicht beim aufgeräumten Innenraum: vielfach verstellbare, ein – und ausbaubare Sitze bieten Platzkomfort auch wenn viel Feriengepäck mitgenommen werden muss. Sieben Personen werden komfortabel Platz geboten. Was die VW-Ingenieure besonders gut verarbeitet haben: weniger Knöpfe, mehr Übersicht, mehr und größere Ablagen und multifunktionale Anzeigen. Infotainment mit großer Professionalität, kann man als Fahrer da nur sagen.

Was aber das wichtigste ist: Platz hat er, Komfort hat er, Spaß macht er – für Lenker und Beifahrer. Ob Damen oder Herren, das Auto lässt sich problemlos in den Griff bekommen.

Infos zum Auto:

VW Multivan T6.1, Vierzylinder-Dieselmotor, Allrad 
6-Gang Handschaltung oder Automatik, 150 PS, 1968 cm³ Hubraum
Frontantrieb, Co2 Ausstoß (g/km)  183, Länge: 4904 mm
Breite: 1904, Höhe: 1970, Gewicht: 2256 kg
max. Zuladung; 744 kg, Abgasnorm Euro 6 d temp EVAC-ISC. Preis: 54.000 Euro (unser Testwagen)


Mühlenbräu
Wolfgang Eder führte uns  in den Bezirk Völkermarkt in das „Mühlenbräu“ in Oschenitzen. Hier hat Franz Posod eine alte Mühle in eine moderne Craftbier-Brauerei errichtet. Franz war Anlagenbauer und hat seine Braugeräte selbst aufgestellt. „Sonst derpackst das finanziell nicht“, gesteht er.

Familie Posod braut  „helles“ und „dunkles Pils“. Natürlich gibt es offiziell kein dunkles Pils, aber Franz nennt sein Bier so. Es beinhaltet feines Röstmalz. Beide Bier bereiten Trinkfreude. Wo gibt es sein Bier: „Etliche Gastronomen im Bezirk führen bereits mein Bier.“ Seine „Biersch“ geht in Richtung besserer Verkauf. Nächstes Bauprojekt: eine Flaschenabfüllung. Franz hat schon alles beim Haus, er muss es nur zusammenbauen.

Shilling
Was Bierbauen anlangt ist der Shilling-Brauer Ulli Bacher, Wirt der Gartenrast in Untertweng bei Radenthein, nicht Tüftler, sondern Profi. Er hat die Welt bereist, um bei Craft-Bier-Braueren einzukehren, Tipps zu holen und  seinen Geschmack zu schulen.

Jetzt ist sein „Fastenbier“ fertig. Es hat mehr als 6% Alkohol und ist ein echter „Osterbock“. Den höheren Alkoholanteil spürt man beim Trinken nicht vordergründig. Der zarte Rauchgeschmack gibt dem Bier ein würdiges Oster-Aroma. Natürlich ist bei Ulli die gesamte Bierpalette in der Brauerei und auch in der „Gartenrast“ erhältlich. Übrigens: Die Backhendln sind legendär gut, aber auch alle anderen Gerichte erhalten von uns das Prädikat – echte Wirtshauskuchl.

Gärage
13 Biere werden in der wohl kleinsten Brauerei Kärntens erzeugt, von starker Damenhand, denn die Brauerin Liliane Schneider ist eine Powerfrau. Ihre Leidenschaft, innovativ Bier zu brauen, ist schier unendlich. Die „Gärage“ ist Part of  „the satisfactory“ und die einzige Brauerei in Spittal. Der Brauraum im Wirtshaus (ehemals Hotel Post) ist so klein, dass Lili nur arbeiten kann, wenn sich keine Gäste im Lokal befinden.  „Von den gängigen Sorten ist immer alles da, denn ich braue immer nach“, erzählt die sympathische Braumeisterin, die vom Wirt für ihre Tätigkeit angestellt wurde. Satisfactory ist eine Erlebnsigastronomie, wie man sie in Kärnten so nicht mehr finden kann. Geöffnet Dienstag bis Samstag ab 17 Uhr.

Turmbräu
Wer aus dem Fenster der neu errichteten Brauerei blickt, sieht auf den Kirchturm der Wallfahrtskirche von Maria Gail. Wir sind im „Turmbräu“, ein Pavillon von Stefan und Sylvia Melcher gleich neben ihrem Stammhaus Gasthaus Melcher errichtet. Eine hochmoderne, kleine, leistungsfähige Brauerei, ein gemütlicher, designter Gastraum. Stefan ist Wirt und Brauer mit Herz und Können. Er hat klein im alten Gasthaus Melcher mit dem Brauen begonnen und viele Fans für seine Biere gewonnen.

Die Anlage wurde  2018 auf eine Kapazität von 10 Hekotlitern erweitert. Helles Märzen und bernstreinfärbiges Ur-Märzen sind die Hauptbiere im Haus. Darüber hinaus werden saisonal Biere gebraut: Bockbier, Honigbier, Schwarzbier, Leichtbier und so weiter.

 

Text: Peter Lexe

Foto ©KRM

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